Die Pfadfinder

Wir hoffen das sich hier alle Fragen klären, was die Pfadfinder eigentlich sind.

 

 Wo kommen wir her ?

 

 Wie hat Alles Angefangen ?

 

 Was wollen wir eigentlich ?

 

 Der „erste“ Pfadfinder war kein Pfadfinder ….

 

Lord Robert Baden-Powell of Gilwell

 

baden-powell3

 

Am 22. Februar 1857 wurde Robert Stephenson Smyth Baden-Powell in London geboren. Sein Vater starb als „Stephe“ 3 Jahre alt war und ließ seine Mutter mit 9 anderen Geschwistern zurück. Mit 13 trat Baden-Powell in die Charterhouse-Schule ein, wo er sich bald einen Ruf für Aufgewecktheit erwarb. Er war jedoch nicht als glänzender Schüler bekannt. Ein Lehrer schrieb damals: „Seine Leistungen könnten gut sein, aber er ist sehr faul geworden und schläft oft in der Schule.“ In der Nähe der Schule war ein bewaldetes Gebiet, das zu betreten den Schülern verboten war. Baden-Powell jedoch schlich sich oft in den Wald, obwohl er damit riskierte, von der Schule gewiesen zu werden. Hier eignete er sich ein umfassendes Wissen über den Wald an, das er in seinem späteren Leben sehr gut gebrauchen konnte. Er lernte, wie man ein Kaninchen in der Schlinge fing und wie man es auf einem so winzigen Feuer briet, dass herumspionierende Lehrer den Rauch nicht sehen konnten. Er machte sich Holzwerkzeuge und beschäftigte sich damit, sich an die Tiere der Wildnis anzuschleichen, sie aufzuspüren und zu studieren.

Trotz seines schlechten Schulzeugnisses nahm er an der Prüfung für die Armee teil. Und überraschenderweise wurde er zweiter von über 700 Kandidaten. Dies brachte ihn direkt in die Armee, wo er sich sehr auszeichnete. In Indien, Südafrika und Malta erwarb er sich den Ruf eines hervorragenden Abwehroffiziers – eines Mannes, der bereit war, durch die Tore des

Feindes zu gehen, um Informationen für sein Land zu sammeln.

Sein Ruf wuchs und seine Feinde nannten ihn Impeesa : Der Wolf der nie schläft. Dieser Name war das Ergebnis von vielen nächtlichen Erkundungstrips, die er bis an den Rand des feindlichen Lagers machte. Er lernte sich auf verschiedene Art zu verkleiden. Zum Beispiel gab er sich als Künstler aus, der Berglandschaften skizierte, wo Truppen Manöver abhielten, oder als Schmetterlingsfänger zwischen den Befestigungsanlagen.

1899 schrieb Baden-Powell für seine Soldaten ein Buch über Fährtenlesen, Anschleichen und das Leben im Freien. Er nannte das Buch „Aids for Scouting“. Als er es schrieb, ahnte er nicht, dass die im Buch enthaltenen Ideen ein paar Jahre später in Mafeking in die Praxis umgesetzt werden würden.

Während des Bürgerkrieges zwischen den Engländern und den Nachkommen der holländischen Siedler in Südafrika war Baden-Powell verantwortlich für die Verteidigung einer Schlüsselposition, der Stadt Mafeking. Seine Truppen, die von einer großen Überzahl des Gegners vollständig eingeschlossen waren, wurden täglich angegriffen. Dadurch, dass er den Trick, den er in seinem Buch beschrieben hatte, anwandte, gelang es Baden-Powell und seinen Männern, 7 Monate lang auszuhalten, bis Verstärkung ihnen zu Hilfe kam. Er täuschte den Buren eine viel größere Zahl an Verteidigern und unbegrenzte Mengen von Munition vor, in dem er Strohpuppen auf Schützenwälle legte, geschnitzte Holzgewehre über Schießscharten hinausragen ließ und mit leeren Konservendosen Attrappen von Geschützen aufbaute. Die bewaffneten Truppen ließ er blitzschnell die Stellung wechseln und mal hier mal dort Gewehre abfeuern. Die Buren glaubten, dass die Stadt nur so vor Verteidigern strotze und wagten es deshalb nicht, anzugreifen. Das englische Volk, das die Nachricht über den langen Kampf besorgt verfolgte, brach in wilde Freude aus, als es erfuhr, dass die Belagerung von Mafeking aufgehoben worden war.

Baden-Powell kehrte als großer Held nach England zurück und wurde überall, wo er hinging, von der Menge bejubelt. Sein Ruhm brachte viele Jungen dazu, die Bücher zu lesen, die er für Soldaten geschrieben hatte. Doch das beunruhigte ihn, denn er war überzeugt, dass Jungen Bücher für Jungen und nicht Bücher für Soldaten lesen sollten. Deshalb beschloss er sein Buch „Aids for Scouting“ umzuschreiben.

Im Jahre 1907 brachte er auf der Insel Brownsea Jungen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten zum ersten Pfadfinderlager zusammen, um seine Ideen auszuprobieren. Hier erfuhr er, dass Jungen sehr eifrig darauf bedacht waren, die Dinge zu tun, die er Scouting namıte.

Sein Buch „Scouting for Boys“ war das Ergebnis seiner Erfahrungen, Einfälle, Versuche und der Arbeit mit anderen. Es war ein großer Erfolg in England, und Pfadfindertrupps schossen überall im ganzen Land aus dem Boden. Bald wurde sein Buch von Jungen rund um die Erde gelesen. Nachdem er bei der Armee pensioniert war, traf er 1912 seine zukünftige Frau, die 22jährige Olave St. Clair Soames. Zu dieser Zeit war er 54 Jahre alt. Olave glaubte begeistert an den Sinn der Pfadfinderbewegung und daran, wie diese Bewegung das Leben von Jungen und Mädchen beeinflusste. Nach der Hochzeit wurde Lady Baden-Powell im weiblichen Equivalent der Pfadfinder, den Pfadfinderinnen, aktiv. Sie war Baden-Powell’s geliebte Gefährtin und unentwegte Helferin bis zu seinem Tod. Sie selbst starb nach einem aktiven Leben für die Weltpfadfinderbewegung am 26. Juni 1977. Aus der Ehe gingen 3 Kinder hervor.

1920 wurde Baden-Powell zum Welt-„Chief Scout“ ausgerufen und 1930 wurde seine Frau Welt-„Chief Guide“. Baden-Powell reiste für das Pfadfindertum durch die ganze Welt. Von ihm stammen die jetzt berühmten Weltjamborees, er organisierte die Weltpfadfinderbewegung und fuhr fort, Bücher für Pfadfinder, Leiter, Wölflinge und Rover zu schreiben, bis er sich in sein geliebtes Afrika zurückzog. Er baute dort für sich und seine Frau in Nyeri / Kenia ein Haus, wo er bis zu seinem Tode am 8.Januar 1941 lebte. Er starb im Alter von fast 84 Jahren.

Baden Powell grab

 

Lord Robert Baden-Powell of Gilwell Grab in Kenia

 

Der Kreis mit dem Punkt ist ein internationales Pfadfinder Weg Zeichen und bedeutet

„Ich habe meinen Auftrag erfüllt und bin nach Hause gegangen.“